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Gewagte Experimente und kühne Konstellationen zwischen Klassizismus und Romantik Kleists Werk zwischen Klassizismus und Romantik (Hrsg. von Christine Lubkoll und Günter Oesterle)
Den Zeitgenossen galt Heinrich von Kleist als "geniales Ärgernis". An seinem Werk wurden die "gesuchten Situationen und Effekte" kritisiert, in denen die "Phantasie mit der Magenhaut kollidiere". Seit Ende des 19. Jahrhunderts hingegen wird Kleists bizarres Verfahren, sein Überschreiten des Gewohnten, seine Darstellung "verworfener Grenzsituationen" als Beginn der Moderne gepriesen.
Die hier publizierten Beiträge gehen auf eine Vortragsreihe an der Justus-Liebig-Universität Giessen zurück. Sie verbindet die Aufmerksamkeit auf die vielfachen unterschiedlichsten Brüche in Kleists Werk. Dadurch verschärfen sich die Probleme nicht nur der Romantik und des Klassizismus, sondern auch der Spannung zwischen beiden, gleich ob es nun um Antike und Moderne geht oder um Anekdote und Geschichte, geschlechtliche Identität und Adoleszenz, Agression und Ekel, Anagramm und Requisit, Vision und Verhör, Macht und Ohnmacht der Götter.
D. Grathoff: "Wenn die Geister des Äschylus, Sophokles und Shakespear sich vereinigten" Antike und Moderne im Werk Heinrich von Kleists - W. Hinderer: Immanuel Kants Begriff der negativen Grössen, Adam Müllers Lehre vom Gegensatz und Heinrich von Kleists Ästhetik des Negativen - G. von Graevenitz: Die Gewalt des Ähnlichen. Concettismus in Piranesis "Carceri" und in Kleists "Erdbeben in Chili" - G. Neumann: "Die Verlobung in St. Domingo". Zum Problem literarischer Mimesis im Werk Heinrich von Kleists - Chr. Lubkoll: Soziale Experimente und ästhetische Ordnung. Kleists Literaturkonzept im Spannungsfeld von Klassizismus und Romantik ("Die Verlobung in St. Domingo") - B. Knauer: "... ein gewisser Zustand unsrer, welcher weiss". Substitutionen und Legitimationsstrategien bei Kleist - I. Harms: Kleists "Findling" zwischen Krypta und Handelsgewölbe - G. Kurz: "alter Vater Jupiter". Zu Kleists Drama "Amphitryon" - J. Pfeiffer: Die Konstruktion der Geschlechter in Kleists "Penthesilea" - M. Nutz: "erschrecken Sie nicht, es läßt sich lesen". Verstörung und Faszination in Diskurskontexten - Zur Rezeptionsgeschichte von Kleists "Penthesilea" - G. Brandstetter: Inszenierte Katharsis in Kleists "Penthesilea" - D. Ottmann: "Das stumme Zeichen". Zum dramatischen Requisit in Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" - A. von Bormann: Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" - Drama der Adoleszenz - G. Oesterle: Vision und Verhör. Kleists Käthchen von Heilbronn als Drama von Unterbrechung und Scham
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