Stiftung für Romantikforschung
Publikationen
Die Grenzen des Menschen.
Anthropologie und Ästhetik um 1800

(Hrsg. von M. Bergengruen, R. Borgards und J.F. Lehmann)

Was unterscheidet den Menschen von Gott und vom Tier, was den Mann von der Frau? Was ist noch normal, was gilt schon als pathologisch? Um 1800 weicht eine problematisch werdende spekulative Grenzziehung zunehmend der empirischen Erkundung der Randbereiche des Menschlichen.

Verbrechen, Schmerz, Krankheit, Mißbildung und Sexualität sind Beispiele für solche Extreme, die nun im Hinblick auf ihre konstitutive Bedeutung für den Menschen neu bestimmt werden. Im diskursiven Wechselspiel von Auflösungen und Neubestimmungen der äußersten Grenzen des Menschen spielt die Ästhetik eine entscheidende, aber schwer zu verallgemeinernde Schlüsselrolle. Diese Rolle anhand exemplarischer Untersuchungen zu bestimmen, ist das Anliegen der in diesem Band versammelten Aufsätze.

Inhalt

M. Bergengruen / R. Borgards / J. F. Lehmann: Die Grenzen des Menschen. Anthropologie und Ästhetik um 1800. Einleitung - J. F. Lehmann: Vom Fall des Menschen. Sexualität und Ästhetik bei J.M.R. Lenz und J.G. Herder - M. Bergengruen: Das neue Recht und der neue Körper. Wagners Kindermörderin zwischen Anthropologie und Rechtstheorie - G. Vickermann: Verschiebungen zwischen Leib und Seele. Populärmedizinisches Sprechen über Verführung im 18. Jahrhundert - H. Neumeyer: "Ich bin einer von denjenigen Unglückseligen [...]". Rückkopplungen und Aotoreferenzen. Zur Onaniedebatte im 18. Jahrhundert. - B. Thums: Moralische Selbstbearbeitung und Hermeneutik des Lebensstils. Zur Diätetik in Anthropologie und Literatur um 1800 - C. Welsh: Die Physiologie der Einbildungskraft um 1800. Zum Verhältnis zwischen Physiologie und Autonomieästhetik bei Tieck und Novalis - R. Borgards: Das Leben ein Schmerz. Die Geschichte einer Denkfigur in Literatur und Medizin - Ch. Dongowski: Die zwei Körper des Menschen. Wilhelm von Humboldts Versuch, den Sinn der Fortpflanzung zu denken - M. Bisping: Die ganze Stadt dem ganzen Menschen? Zur Anthropologie der Stadt im 18. Jahrhundert. Stadtbaukunst, Architektur, Ästhetik, Medizin, Literatur und Staatstheorie.