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Die Ordnung der Kulturen
Zur Konstruktion ethnischer, nationaler und zivilisatorischer Differenzen 1750-1850
(Hrsg. von Hansjörg Bay und Kai Merten)
Während Fragen kultureller Differenz in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Bereiche kulturwissenschaftlicher Forschung avancierten, wurden sie im Blick auf die Umbruchszeit um 1800 bisher nur wenig thematisiert. Die in dem Band versammelten Beiträge untersuchen die Entwürfe kultureller Identität und die Konstruktionen kultureller Unterschiede in der europäischen Literatur, den Künsten, der Philosophie und den Wissenschaften. Der sich abzeichnende Bedeutungswandel kultureller Differenz wird im Rahmen gesellschaftlicher, epistemischer, geopolitischer und ästhetischer Veränderungen analysiert und auf eine mögliche Neustrukturierung der 'Ordnung der Kulturen' hin befragt.
Inhalt:
Annette Barkhaus: 'Rasse' - Zur Genese eines spezifisch neuzeitlichen Ordnungsbegriffs. - Hans Peter Herrmann: »Mein Arm wird stark und groß mein Muth [...]«. Wandlungen des deutschen Nationalismus im 18. Jahrhundert. - Sare Makdisi: Ordering Cultures. Britischer Orientalismus um 1800. - Heinz Thoma: Von der Geschichte des esprit humain zum esprit français. Anthropologie, kulturelle Ordnungsvorstellungen und Literaturgeschichtsschreibung in Frankreich 1790-1840. - Alexander Honold: Auf der Suche nach dem Ort des Neuen. Weltumseglung und Selbstbegegnung im 18. Jahrhundert. - Christiane Frey: Gramma, Hieroglyphe und jüdisch-hebräische Kultur (Herder, Dohm, Mendelssohn). - Viktoria Schmidt-Linsenhoff: Klassizismus und Sklaverei. Zum Funktionswandel kultureller Differenz in A.L. Girodets Portrait du Citoyen Belley und M.G. Benoists Portrait de Negresse. - Ethel Matala de Mazza: Herz oder Finsternis. Moderne Barbaren in Edmund Burkes Reflections on the Revolution in France. - Tim Fulford: Geist, der zu Fleisch wurde. Schamanen, Mesmeristen, Obeah-Zauberer und die übernatürlichen Balladen von S.T. Coleridge. - Neil Stewart: »Warum leidet mein Herz?« Nikolaj Karamzin und die Unordnung der Kulturen. - Alexandra Böhm: »I stood loathing and fascinated«. Thomas de Quinceys 'Orientalismus' zwischen kolonialpolitischem und ästhetischem Diskurs um 1800. - Kai Merten: Fremde Frauen und die Regie der Regency. Figuren kultureller Differenz als Ausgangspunkt eines ästhetischen Nationalismus bei Walter Scott. - Doris Feldmann: Zur (De-)Konstruktion politischer Identitäten und Differenzen im englischen Roman 1794/1832. - Sabine Schülting: »A Squalid and Debilitated Race«. 'Social Body' und 'nacktes Leben' im englischen Armutsdiskurs um 1800. - Hansjörg Bay: »Die eigene Rede des andern«. Hölderlins Poetik des Fremden. - Ottmar Ette: Die Ordnung der Weltkulturen. Alexander von Humboldts Ansichten der Kultur.
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